Mittwoch, 29. April 2015

Was ist los mit WhatsApp?

Also bei WhatsApp tut sich in letzter Zeit ja für die 800 Mio. User/innen so einiges. Es gibt eine eigene WebApp, der Messenger lässt sich jetzt also auch webbasiert nutzen. Gut, das ist ja was Spannendes, da wird sich so mancher Mitbewerber ja doch wohl sicherlich freuen. Und jetzt, ja, jetzt kann man mit WhatsApp auch telefonieren. Auf Facebook ist das ja jetzt auch möglich. Die einzelnen Dienste nähern sich einander also verstärkt an. Der Hashtag wandert von Twitter nach Facebook, die Kreise von Google+ zu Facebook, das Telefonieren von Skype zu WhatsApp und so einiges mehr. Wer was von wem abschaut, ist da manchmal gar nicht so einfach zu durchblicken.

Aber das ist mir noch keinen Blogbeitrag wert, vielmehr die Sensationsnachricht (?!) gestern: WhatsApp schneidet ungefragt Anrufe mit. Nun, halt – also eigentlich tut die App das nicht. So die heutige Meldung, nur eine geleakte Testversion, Nutzer/innen sind fast selbst schuld… Spannend. Ich enthalte mich weiterer Kommentare, wer was wo aufzeichnet oder wo vielleicht welche Lücke wann geschlossen wurde (ich mag solche wirren Sätze, die nichts aussagen). Vielleicht sollte ich an dieser Stelle den Blahfaselgenerator bedienen?

Also ehrlich, was soll die ganze Aufregung? Das ist doch nichts Neues. Diese Meldung kennen wir doch schon von Skype. Und dass unser Webcams nicht immer das tun, was wir vermuten, ja das wissen wir doch auch, oder? Wo ist da der Neuigkeitswert? Und weil wir schon bei Altem und Skype sind, was Lustiges am Ende: Die Übersicht über alle, auch die geheimen, Emoticons :-) [Und noch ein paar :-)]

Freitag, 24. April 2015

Open Educational Resources - ein Frage der Einstellung?

Es gibt Themen, über die kann man wirklich jede Woche schreiben. Vielleicht weil sie allgemein und/oder zeitlos gültig sind, eine breite Masse interessieren oder auch einfach weil sie aktuell sind. Oder weil sie aktuell sein sollten. Ein Thema, das für mich in diese letzte Kategorie fällt, sind Open Educational Resources. Sie werden immer wieder als Lösung oder als Workaround für das Urheberrechtsproblem v.a. in der Schule (wie die Fallambulanz „Urheberrecht in der Schule“ verdeutlicht) genannt, sie sind aber eigentlich viel mehr eine Einstellung, meine ich. Wenn ich Lehre gestalte, dann gestalte ich die Materialien, die Arbeitsaufträge, allgemeine die Lehr- und Lernressourcen ja nicht nur für mich, sondern zumindest auch für meine Schüler/innen und – sofern es sich um kein aktuelles Thema handelt – für mehrere Generationen Schüler/innen. Sie sind nicht in meinem Privatbesitz, sondern ich teile sie mit anderen Menschen, um Lehr- und Lernprozesse auszulösen, zu aktivieren oder auch effizienter zu gestalten. Es gibt hier unterschiedliche Möglichkeiten.

„Hüte nicht dein Wissen, sondern teile es.“ So die Headline zu einem Artikel über die Fachtagung zum Thema OER in Frankfurt am Main. Nicht nur mit den Lernerinnen und Lernern sondern auch mit Kolleginnen und Kollegen, mit Interessierten Wissen zu teilen, ist ein Gedanke von Open Educational Resources. Die Welt braucht keine 100 gleichen Arbeitsblätter zum selben Thema, sie braucht aktuelles, aktualisiertes und aktuell-gehaltenes Material. Durch die Möglichkeit die Verwendung durch freie Lizenzen freizustellen besteht auch die Möglichkeit, Materialen aktuell zu halten und nach eigenen Bedürfnissen zu adaptieren. Da geht es nicht um das Korrigieren oder Besserwissen, sondern einfach das Modifizieren nach eigenen Bedürfnissen, Vorlieben oder Ähnlichem.

Und weil man beim Attribuieren von Materialien, die unter einer CC-Lizenz stehen, hat das Team der Transferstelle für OER ein kurzes, einprägsames und sehr anschauliches Video produziert, das zeigt, wie eine richtige Attribuierung aussehen soll:


„Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet“ by Blanche Fabri, Melanie Kolkmann, Tessa Moje Jöran Muuß-Merholz für open-educational-resources.de – Transferstelle für OER ist lizenziert unter CC BY 4.0.

Wer sich vertiefend mit dem Thema OER auseinandersetzen will, dem sei der MOOC "Online-Kurs zu Open Educational Resources (COER)" ans Herz gelegt, der am 11. Mai auf iMooX starten wird. Martin Ebner (Technische Universität Graz) leitet diesen MOOC, der auf dem erfolgreich gehaltenen COER13 beruht, gemeinsam mit Patricia Arnold (Hochschule München)Andreas Link (Learning Agency Network)Marcus Schmidt (e-teaching.org)Sandra Schön (BIMS e.V., L3T) und Anne Thillosen (e-teaching.org)

Montag, 20. April 2015

Datenbank „Digitale Fortbildung“

Bei meiner Suche nach mediendidaktischen Settings stoße ich immer wieder auf kleine Schätze, wie ich ja am 1. April im Posting Wo ich mir meine Ideen hole… schon offen gelegt habe. Manchmal aber werde ich auf Schätze quasi „gestoßen“. So auf die Datenbank „Digitale Fortbildung“ Goethe Instituts, an der mein geschätzter Kollege Thomas Strasser mitgearbeitet hat. Die Methoden sind für den DaF/DaZ-Bereich konzipiert, lassen sich aber auch problemlos in anderen Sprachlehr- und -lernkontexten einsetzen. Wer Thomas Strasser kennt, weiß auch um den Aufbau der Datenbank, die sich primär an Methoden und Aktivitäten, hier Bausteine genannt, ausrichtet und nicht das Tool in den Mittelpunkt stellt. „Didaktik first“, lautet die Devise und genauso soll es auch sein.

Allen Kritikerinnen und Kritikern gleich vorweg: Es ist mir schon klar, dass man die Basisfunktionalitäten des Tools kennen muss, v. a. wenn etwas nicht so klappt, um reagieren zu können. Aber prinzipiell lassen sich viele Methoden eben mit unterschiedlichen Tools umsetzen und nur die Kategorie zählt eigentlich. Das soll heißen: Ob ich zum Erstellen Mindmap Tool 1 (z.B. bubbl.us), Tool 2 (z.B. Coggle) oder aber Tool 3 (z.B. Mindmeister) einsetze, ist oftmals nebensächlich. Es geht eher darum, ein Mindmap-Tool zu haben.

Freitag, 17. April 2015

Picture Cloud statt Word Cloud

Ich bin ja ständig auf der Suche nach neuen Werkzeugen, die den Unterricht erleichtern und/ oder bereichern können. Heute bin ich auf die Webseite Tag Galaxy gestoßen (worden), die auf Flash basiert und eine Picture Cloud in Form eines Sonnensystems auf Basis von Flickr-Bildern gestaltet. Was sich jetzt seltsam und kompliziert anhört oder liest, ist eigentlich ganz simpel. Man gibt einen Begriff ein, die Webseite greift auf die Repositorien auf Flickr zurück und gestaltet Bildsammlungen. Eine kurze Beschreibung liefert Koflash. Es gibt auch ein paar Videos, die sich mit Tag Galaxy beschäftigen, zum Beispiel ein kurzes Tutorial, bzw. eine Videobeschreibung von Nik Peachey. Ein Review der Webseite findet sich auf Education World.

Dienstag, 14. April 2015

Der Räuber, der mich nicht loslässt

Mal was Nicht-(Ausschließlich)-Neue-Medien-Mäßiges, das mich zurzeit ebenso (geistig) beschäftigt:

Der Artikel Dr. Fantastic aus der Zeit online ist zwar jetzt schon etwas älter (06/2014), für mich aber aktueller denn je. Ich habe an meiner Dissertation (Der Räuber in der europäischen Literatur: Fiktionalisierung, Fiktivierung und Literarisierung einer populären Figur im 18. und 19. Jahrhundert) EWIG und 655 Seiten lang geschrieben und bin mir sicher dass nur WENIGE sie gelesen haben (auch wenn sie mittlerweile auf Wikipedia als Quelle angegeben ist). Und jetzt, wo ich schon EWIG am Überarbeiten bin, um sie doch schließlich zu publizieren, damit sie doch MEHR lesen, kommt mir der Artikel zum Open Access gerade recht. Goldener oder grüner Weg? (Open Access in der Wissenschaft. Der Goldene oder der Grüne Weg beim Publizieren, FAZ, 7.6.13) Grauer Weg? Wer sich für das Thema interessiert, dem sei der Artikel "Offene Lehr- und Forschungsressourcen. Open Access und Open Educational Resources" im Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien ans Herz gelegt.

Ich bin ja noch recht unschlüssig, wo ich veröffentlichen soll. Open Access würde meiner persönlichen Linie ja gut entsprechen, ein Verlag würde mir aber auch gut gefallen. Es ist echt nicht so einfach. Aber ich bin ja auch noch nicht fertig und die 655 Seiten müssen ja noch gekürzt und zahlreicher Redundanzen gestrichen, harmonisiert, zusammengefasst werden, um das Ding auch wirklich lesbar zu machen. Derweil kommt im Mai ein Artikel aus dem Umkreis der Diss, „Performanz und Fiktionalisierung von Recht. Die Hinrichtung als rechtliches, kulturelles und literarisches Ereignis“, im Sammelband Recht und Literatur im Zwischenraum / Law and Literature In-Between. Aktuelle inter- und transdisziplinäre Zugänge / Contemporary Inter- and Transdisciplinary Approaches heraus. Darauf freu ich mich schon sehr.

Freitag, 10. April 2015

Einsetzen ist nicht gleich Ausnutzen

 Zugegeben, die Tabelle/ Graphik hinter The Difference Between Technology Use And Technology Integration  ist beinahe schon ein Klassiker, man möchte meinen sie hätte schon soooo einen Bart. Und dennoch hat sich auch auf den EDU|days in Krems wieder einmal gezeigt, wie wichtig doch der richtige Einsatz von Medien ist. Da geht es gar nicht so sehr um neue, digitale Technologien, sondern um Medien ganz allgemein. Ich habe während meines Vortrags das Hammer-Beispiel gebracht. Überlegen Sie mal, auf wie viele unterschiedliche Arten man einen Hammer einsetzen kann. Hammerweitwurf, Flaschenöffnen und Nagelklopfen sind nur einige davon. Seien Sie ruhig kreativ. Jedes Medium hat ein spezifisches oder mehrere Einsatzgebiete, für das es sich besonders gut eignet, in anderen Bereichen lässt es sich mit Abstrichen oder mit Kreativität und Geduld einsetzen und in einigen Bereichen ist es völlig ungeeignet. Probieren Sie doch mal, mit einem Hammer Schnee zu schlagen – dafür gibt es einen Besen… Das Beispiel mag plakativ sein, aber die digitalen Medien inkludieren bei vielen den Wunsch, eine All-in-One-Lösung zu sein, eine – ich bediene mich gern des Bildes – eierlegende Wollmilchsau. Das sind sie aber eben nicht.

Wollmilchsau.jpg By Georg Mittenecker
[CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons
Es geht bei gutem Unterricht nur selten um das WAS, sondern vielmehr das WIE. Wie setze ich einen Inhalt um und ein Medium ein? Wie motiviere und aktiviere ich die Lerner/innen? Wie erreiche ich die Lerner/innen und hole sie dort ab, wo sie gerade sitzen oder stehen? Und vielfach hat es auch damit zu tun, WIE ich mich als Lehrperson sehe und gebe. Und für mich gilt eine oberste Regel, nämlich Authentizität. Ich mag das Wort und das Konzept dahinter. Wer mich kennt, weiß, dass ich eher nicht der Typ für ruhigen Unterricht bin. Ich bin eher aktiv, kann selbst kaum eine Stunde eine Ruhe geben, brauche Aktivität aber keine Action. Und genauso wähle ich auch die Tools und noch mehr die Methoden in meinem Unterricht aus. Klar, Stillarbeit ist möglich, frontaler Vortrag ebenso. Aber am liebsten lasse ich tun und betreue, berate, stehe zur Seite – bin für meine Lerner/innen einfach da. Wer mich in ein anderes Konzept zwängen will, wer mich unter Dogmen stellen will, wird nicht glücklich (weder mit mir, noch mit meinem Unterricht). Das heißt nicht, dass ich mich nicht an Regeln und Vorgaben halte, aber ich bin froh, dass es die Freiheit der Lehre gibt. Der pädagogische Pragmatismus hat es mir angetan. Und manchmal sind auch Hamma-Stunden [Wer wiederholt? Was hamma letzte Stunde gemacht?] und Schwellen-Pädagogik [Man überlegt sich beim Betreten der Klassentür, gleichsam an der Schwelle zum Klassenzimmer, was man tun wird.] dabei. Der authentische Duktus steht im Vordergrund.

Und weil heute Freitag ist, das Wochenende also vor der Tür steht, am Ende des Blogs noch was Spannendes (und was) zum Spielen: Seit Anfang des Jahres steht auf Internet Archive eine Software Library: MS-DOS Games frei zur Verfügung, die vielen von uns eine Reise zurück in die Spielewelt unter MS DOS erlaubt. Hier ein Kurzbericht in Die Welt zum Thema. Viel Spaß beim Reisen! :-)

Und wer noch nicht genug gereist ist: Wer kann sich noch an seinen/ ihren ersten Tweet auf Twitter erinnern? Dieses Tool führt uns zurück (Danke an Jöran Muuß-Merholz für den Tipp!) – Bon voyage und have a nice weekend! :-)

Donnerstag, 9. April 2015

Nachlese zu den #edudays in Krems

Die EDU|days in Krems sind voll im Gange und gestern hatte ich das Vergnügen live dabei zu sein – als Zuhörerin und als Referentin. Und was ich mitgenommen habe, sind viele Ideen, Eindrücke und Inspirationen. Ein paar davon versuche ich mal auf virtuelles Papier zu bringen – wie gut, dass ein Gutteil auch aufgezeichnet wurde (Link folgt).

Bereits in der Begrüßung wurde durch die beiden Redner, Univ.-Prof. HR DDr. Erwin Rauscher (PH NÖ) und Univ.-Prof. Dr. Peter Baumgartner (DUK), der besondere Fokus auf die Didaktik, also Fach- und Mediendidaktik, gelegt. Das ist – für mich als Mediendidaktikerin – ja schon ein guter Start. Wie immer wieder betont, soll es nicht um das WAS, sondern das WIE gehen. Aber dazu später noch mehr.

Die Keynote von Beat Döbeli Honegger (@beatdoebeli) startete ja schon mal gut – nämlich mit einer im Vorfeld der Konferenz gestarteten Twitter-Runde, in der sich mehrere, u.a. auch ich, darüber „beklagten“, wie illuster doch das ReferentInnen-Feld sei und wie schwer es doch sei, vor oder nach jemandem vorzutragen (nachzulesen auf Beats Webseite unter Vorfreude). Unter diesem Link kann man auch den Vortrag nachlesen – nicht nur die Folien, auch die Kommentare. Und das ist wirklich großartig, denn so im Nachhinein nachschauen zu können, ist schon wichtig. Im Vortrag hab ich ja nicht alles mitgekriegt, war ja schließlich nervös ;-) Nein, im Ernst: Beat Döbeli Honeggers Keynote hat sehr viel von dem, was ich eigentlich sagen wollte, schon vorweggenommen. So zum Beispiel die Folie über die digitalen Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern, die viel mehr Impakt hat, als der erste Blick vermuten lässt. Und natürlich der Blahfasel-Generator. Einfach die Seite neu laden und staunen (und fragen, wo man solche Sätze nicht schon alles gelesen hat). Und nicht zu vergessen die Literaturempfehlungen und Nicht-Empfehlungen, die ja auch wieder Empfehlungen sind. Und die Empfehlung, die Argumente der Kritiker/innen zu kennen, um gewappnet zu sein und nicht in sinnfreies Stammeln zu verfallen oder immer wieder die gleichen Argumente zu liefern. Ein Hauch von Kreativität ist schon erlaubt.

Und etwas hat Beat Döbeli Honegger auch geschafft, nämlich die Umdeutung des Begriffs „eigentlich“ im Sinne von Jöran Muuß-Merholz (@JoeranDE), die mich mit nach Graz begleitet hat. Und mit Jöran Muuß-Merholz ging es auch weiter. Und der Titel „Digital ist besser? Nicht automatisch. Wie kann im digitalen Wandel eine neue Lernkultur entstehen?“ versprach so einiges, das dann auch prompt gehalten wurde. Einen Teil des Vortrags kann man hier nachlesen. Hervorzuheben nicht nur die vielen Funktionen des Smartphones (eine eierlegende Wollmilchsau, die vielleicht doch handy ist?) sondern auch die Engführung von Herausforderung und Überforderung in der Arbeit mit digitalen Medien. Sie haben Potential, haben auch Angst – um mit Luhmann zu sein, man muss das eine immer mit dem anderen gemeinsam denken. Womit wir wieder bei Beat Döbeli Honegger und den Punkt „Kenne die Argumente der Kritiker/innen“ wären.

Besonders gespannt war ich dann schließlich auf den Vortrag von Bob Blume „Digitaler Dogmatismus und analoge Demenz“, nicht nur weil der Titel ziemlich spitz(er) klang, sondern auch weil ich mir ein Wortfeuerwerk erwartete – wer den Vortragenden kennt, weiß, was ich meine. Wer ihn nicht kennt, kann auf Twitter (@legereaude) ja nachschauen. Und wenn in den Vorträgen davor die sprachliche Verarmung durch Twitter und SMS angesprochen wurde, so wird man bei Bob Blume vom Gegenteil überzeugt (im Übrigen sind Aphorismen eine eigene Gattung, hochangesehen und ziemlich wortknapp). Und auch der Vortrag war wie erwartet, ein Plädoyer gegen den digitalen Dogmatismus, den der Vortragende auch auf seinem Blog schon kritisiert hat, und für den pädagogischen und somit auch digitalen Pragmatismus, wie ihn auch Gerhard Brandhofer vertritt (). Erfrischend praktisch und realitätsnah. Hier die von Luka Peters angefertigte Sketchnote zum Vortrag.

Anschließend durfte ich ans Rednerpult Schule & Social Media: Lernen in und mit Social Media? Stand auf dem Programm und weil meine Vorredner schon so viel gesagt hatten, was ich eigentlich sagen wollte, nahm ich die Herausforderung an und improvisierte. Mir ging es dabei vor allem darum, das WIE und nicht das WAS in den Mittelpunkt zu stellen. Eine Engführung von Lehrplan und Lebensrealität der Schüler/innen stand am Beginn und dabei sind zwei Dinge wichtig: Nämlich dass Dinge nicht wichtig sind, nur weil sie im Lehrplan erwähnt werden, es sollte vielmehr umgekehrt sein. Und just am Tag des Vortrag, um 11:06 kam der passende Tweet von A. R. Krommer dazu. Und dass wir als Lehrpersonen sensibilisieren sollen und uns nicht verschließen vor Social Media, denn da zählen auch Wikipedia und YouTube dazu oder Social Bookmarking. Nicht unwichtig der Verweis auf DIE vier Argumente, die immer wieder kommen: Lernargument, Lebensweltargument, Zukunftsargument und Effizienzargument, die von Beat Döbeli zerpflückt wurden und auch meinen Vortrag nachhaltig beeinflusst haben. Ich hab mich natürlich – quod erat expectandum – beim Improvisieren just in der Zeit verzettelt. Die Methoden des Einsatzes kamen damit zu kurz. Ich werde das aber in einem Post in der nächsten Zeit nachholen. Das passt dann ja auch gut zum Re-Start unseres MOOCS „Soziale Medien & Schule: für wen wieso wozu?“ am 20. April 2015 auf iMooX.

Und dann kam Kurt Tutschek (@tutschek), den ich ja aus der Medienfundgrube gut kenne. Und auf seine „30 Apps in 30 Minuten“ hab ich mich mehr als nur gefreut. Katzencontent am Anfang, Apps in der Mitte und Apfelbrot am Ende. Und das alles in eine 30-Minuten-Geschichte verpackt, die mehr war als bloßes Storytelling. Dabei hat Kurt Tutschek es sogar geschafft meine Sehmuster zu durchbrechen (Stichwort: Wie aus dem Evernote-Elephant ein Evernote-Gecko wird). Einfach die Präsentation ansehen und Apfelbrot genießen.

Abgerundet wurde der Tag durch Christian Nosko und seinen Vortrag: „Im Spannungsfeld zwischen Erwartungen, Ansprüchen und Realität: Überlegungen zum digitalen Schulbuch“. Hier die Sketchnote zum Vortrag von Luka Peters. Christian Nosko hat eine Typologie vorgenommen und einige praktische Beispiele gezeigt, u.a. Schulbuch-o-mat (das OER-Biologie-Schulbuch). Und weil mich das Thema ja besonders interessiert hier noch mal das Video, das Martina, Roland und ich vor einigen Jahren für die iUNIg-Tagung "Warum e-books (nicht) funktionieren“ gemacht haben. Wir gehen dafür – mit einem Augenzwinkern – der Frage nach, wieso E-Books nicht funktionieren und das gedruckte Buch einfach besser ist. Und auch gleich noch mal der Hinweis auf eine ganz frische Publikation von Michael Raunig und mir zum Thema E-Books Interaktive E-Books - technische und didaktische Empfehlungen (2015), in der ein Brückenschlag zwischen didaktischem Wunsch und technischer Realität versucht wird. Die Publikation wird es übrigens auch bald als E-Book geben (unter CC), dazu dann ein eigener Post.

Zu guter Letzt noch ein allgemeiner Absatz: Tagungen und Konferenzen sind ja nicht nur zum fachlichen Austausch, sondern zum Netzwerken und Leute-Treffen. Ich habe in Krems viele „alte“ Bekannte wieder getroffen – wie Christian Freisleben-Teutscher (@cfreisleben) so schön getwittert hat – ein echtes Familientreffen. Aber auch Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, die ich nur virtuell (@legereaude) oder gar nicht (@buntistdasleben) kannte. Ich danke Gerhard Brandhofer (@gerhardmb) für die Einladung und die tolle Organisation. Um es mit unserem alten Kaiser zu halten: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.“

Mittwoch, 1. April 2015

Wo ich mir meine Ideen hole....

Die letzte Woche habe ich mit zwei spannenden Workshop-Tagen am ECML in Graz ausklingen lassen. Dabei wurde uns Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Österreich die Initiative ICTrev vorgeschlagen, die den Untertitel Use of ICT in Support of Language Teaching and Learning trägt und eine Toolsammlung zur Anreicherung des Unterrichts durch (digitale) Mediennutzung bereitstellt. Diese Web Tool Directory ist online verfügbar und hält zurzeit bei 73 vorgestellten Tools, wobei sich die Sammlung noch in einer Beta-Version befindet, also v.a. die Suche mit Hilfe von Tags und Filtern noch nicht reibungslos funktioniert. Wie jede Sammlung muss auch diese wachsen und an einigen Stellen wird sicherlich eine Nachschärfung notwendig sein, aber generell finde ich kommentierte Toolsammlungen ja eine gute Sache. Wenn man auf der Suche nach Alternativen zu bereits öfters eingesetzten Tools ist, wird man hier sicher fündig (wie auch bei Methodensammlungen zum Beispiel). Ich möchte dies dafür nutzen, mal meine bevorzugten Tool- und App-Sammlungen zusammenzufassen.

Und weil ich vom Workshop doch einiges Neues mitgenommen habe, werde ich a) neue Tools in meine Sammlung einpflegen und b) meinen Blog ein klein wenig überarbeiten, da er doch schon in die Jahre gekommen ist, einige Links nicht mehr funktionieren und einfach die Übersichtlichkeit durch die Menge an Materialien etwas gelitten hat. Das wird sich in Zukunft ändern, aber bis dahin dauert es noch ein wenig. ;-)

Österreichische Sammlungen

Die Medienfundgrube ist ein Projekt der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich und des Bundesministeriums für Bildung und Frauen und stellt unterschiedliche Tools anhand von Videos und Beispielen vor. So kann man sich schnell etwas Konkretes vorstellen. Unter den Webtipps finden sich spannende Quellen und Repositorien für den Einsatz im Unterricht, eine Suche nach Schulfächern ist ebenso möglich.

Hinter der Education Group steht die Innovationsholding des Landes Oberösterreich und sie hat den Dienstag zum Toolstag ernannt. Jeden Dienstag wird eine Webanwendung als Werkzeug für den Unterricht vorgestellt. Darüber hinaus gibt es für den Unterricht auch eine tolle Sammlung von Apps für den Einsatz am Smartphone oder am Tablet bzw. zahlreiche Tipps und Tricks aus der Praxis.

Ähnliches gilt für die Webseite von Schule.at, dem österreichischen Schulportal, hinter dem sich unter anderem die Education Group und das Bundesministerium für Bildung und Frauen verbergen. Auch hier sind zahlreiche Beispiele für den Einsatz im Unterricht zu entdecken. Weil es mir gerade so gut gefällt, soll eines genannt sein: Wimmelbilder.

Wer gerne ein gedrucktes Buch in der Hand hält, dem sei die Toolsammlung in Thomas Strassers Mind the App! ans Herz gelegt. Auf der Seite des Verlags finden sich zu den einzelnen im Buch mittels Bildern erklärten Tools auch aktuelle Videotutorials.

Deutschsprachige Sammlungen

Der Appventskalender, der 2014 auf E-Teaching.org enthüllt wurde, ist nun fixer Teil der Seite und kann im Bereich Apps angesehen werden. Die beschriebenen Apps stammen aus unterschiedlichen Bereichen, was Thema, Institution und Zielsetzung betrifft. Durch die einheitliche Eingabemaske findet man sich jedenfalls schnell zurecht.

Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet stellt ebenso spannende Tools und Ressourcen zur Verfügung. So zum Beispiel Klexikon, das Lexikon für Kinder, das unter CC BY SA steht und sich folglich problemlos in den Unterricht integrieren lässt.

Keinen Blog und keine Webseite sondern kuratierte Boards stellt Jürgen Wagner in seiner Sammlung auf Scoop.it zur Verfügung und deckt dabei unterschiedliche Themen von Moodle bis Web 2.0 ab. Jürgen Wagners Fokus liegt am Fremdsprachenlehren und -lernen, doch bieten seine Seiten Materialien für alle Fächer und Disziplinen an.

Englischsprachige Sammlungen

Im englischsprachigen Raum finde ich den Blog Free Technology for Teachers written by Richard Byrne sehr ansprechend. Byrne stellt in regelmäßigen Abständen neue Technologien und vor allem ihre Einsatzmöglichkeiten im Unterricht vor. Der Bezug ist zwar das amerikanische Bildungssystem, doch lassen sich einige Beispiele sicherlich auch in den deutschsprachigen Raum übertragen.

Auch Larry Ferlazzo’s Websites oft he Day… stellen eine wunderbare Sammlung an Materialien, Ressourcen und Tools zur Verfügung, die sich für den Einsatz in Lehre und Unterricht, nicht nur für Englischlehrende, eignen.