Mittwoch, 20. Mai 2015

Kreatives und Praktisches: Picassohead, Genusly, Sprichwortgenerator & FragFINN.de

Heute möchte ich einige Web-Anwendungen vorstellen, die ich zwischen kreativ und praktisch ansiedle und die das Leben als Lehrperson – m.E. – erleichtern können:
  • Ich bin zeichnerisch nicht unbedingt begabt, um einen Euphemismus zu bedienen. Deshalb freue ich mich immer wieder über Webangebote, die das Erstellen kreativer Materialien ermöglichen, wie beispielsweise die Anwendung Picassohead, bei der in wenigen Schritten Porträts im Picasso-Style erstelle und individuell angepasst werden können. Das ist ziemlich praktisch, weil mir als Sprachlehrerin da wieder einige Möglichkeiten einfallen würden, den Imperativ zu üben, oder auch Ortspräpositionen und Ähnliches.
  • Eine zweite Webanwendung, die ich großartig finde, ist Genusly. Mit ihr lässt sich das Geschlecht eines deutschen Wortes bestimmen. Dabei wird nicht der Artikel vorgegeben, sondern das Wort gemäß Genus eingefärbt. Wichtig ist nur, dass das Wort großgeschrieben wird, denn sonst erkennt es die Anwendung nicht.
  • Nach dem Blahfaselgenerator von Beat Döbeli Honegger nun der Sprichwortgenerator, der aus unterschiedlichen Sprichwörtern Neues zusammenstellt. Auch hier ließe sich – gerade im Bereich Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache – sprachlich viel üben. 
  • Die Suchmaschine FragFINN.de ist speziell auf Kinder ausgerichtet und hilft, das Suchen im Netz zu erlernen. Also getreu dem Motto „Das Netz für Kids“.

Dienstag, 19. Mai 2015

Handyverbot, Schummeln, Misstrauen statt Kant

Heute schon mal ein Post VOR dem aber inhaltlich zum #EDchatDE. Heute Abend wird das Thema Handyverbot an Schulen Was (t)nun? diskutiert und gerade heute (Zufall?) kommen in den Social Media verstärkt Meldungen, die um dieses Thema kreisen. Gerade erst gestern im Proseminar zur romanistischen Fachdidaktik fragten mich meine Studierenden, wie sie mit dem Handy- und generell Internetverbot an Schulen umgehen sollten, wenn doch im Lehrplan der verstärkte Einsatz neuer digitaler Medien und Kommunikationstechnologien gefordert würde. Nun, die Antwort ist schwierig und ich hoffe, am Abend im #EDchatDE auch Lösungen oder Antworten zu finden, denn so einfach lässt sich das nicht beantworten.

Ich muss dabei an Fritz Bohnsacks Buch Schule – Verlust oder Stärkung der Person?, in dem er sich mit dem Vertrauen von Lehrerinnen und Lehrern zu ihren Schülerinnen und Schülern auseinandersetzt. Ist es dieses Vertrauen, das uns gänzlich verloren ging, weil wir nun so misstrauisch sind, dass neben dem Handyverbot auch das Uhrenverbot aktuell ist? Beat Döbeli Honegger (@beatdoebeli) postete heute eine spannende Präsentation zum Thema Spicken, also zum Schummeln, der mich gleich in meine eigene Schulzeit zurückversetzte. Vieles davon kannte ich, vieles davon merkte ich auch bei meinen Schülerinnen und Schülern. Und auch die Studierenden probieren es immer wieder. Aber bin ich deswegen misstrauisch? Ist die anthropologische Komponente des Schummelns, wie sie auch die Präsentation zum Thema Spicken zeigt, eine Legitimation für Vorverurteilungen („Alle Schüler/innen oder Studierenden schummeln.“)?

Vielleicht sollten wir ja aber wo anders ansetzen und die Prüfungen und Wissensüberprüfungen so gestalten, dass es überhaupt keinen Sinn macht, zu schummeln. Vielleicht sollten unsere Lernzielkontrollen und Schularbeiten (Klassenarbeiten) so konzipiert sein, dass man die Lösung nicht durch Googeln im Internet findet. Vielleicht sollten wir unsere Lerner/innen in die Selbstbestimmtheit entlassen und die Fremdbestimmung durch die Schule überdenken (hier wieder Bohnsack). Das Kant’sche Denken sollte uns begleiten:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung. (Quelle: Projekt Gutenberg)
Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung, eigenständiges Denken statt Googeln und unkritisch Übernehmen, Wissenskonstruktion statt Bulimie-Lernen. Das wären Ansätze, die wünschenswert sind. Wie aktuell sie sind, zeigen der Userkommentar von Margit Neuböck Was Bildungsstandards mit Demokratie zu tun haben im Standard und der Bob Blumes (@legereaude) Blogbeitrag Ein „Rant“ gegen digitales Schmarotzertum. Wir verlernen zu denken. Schade, oder?

Wie sehr wir eigentlich zu diesem Misstrauen und zur Fremdbestimmung erzogen werden, zeigen auch Beispiele aus dem Bereich der Open Educational Resources. So nennt Donald Clark in Is the ‘closed’ mindset of the Open Educational Resources community its own worst enemy? die Mentalität des “Eigenen” als Grund für den Widerstand gegen Open Educational Resources und Open Educational Practices. Und wenn man dann auch Beiträge wie Bildnutzung: Überprüfungs- und Kontrollpflichten werden strenger (danke @HedwigSeipel) oder Falsche Abschlüsse: Der große Schwindel mit Online-Unis liest, dann wird das Misstrauen nur noch geschürt, erhält neuen Nährboden.

Freitag, 15. Mai 2015

[Exkurs] Mein Social Media-Ich

Ende des 18. Jahrhunderts schrieb Friedrich Schiller im 6. Brief seiner Abhandlung Über die ästhetische Erziehung des Menschen:
„Ewig nur an ein einzelnes kleines Bruchstück des Ganzen gefesselt, bildet sich der Mensch selbst nur als Bruchstück aus; ewig nur das eintönige Geräusch des Rades, das er umtreibt, im Ohre, entwickelt er nie die Harmonie seines Wesens, und anstatt die Menschheit in seiner Natur auszuprägen, wird er bloß zu einem Abdruck seines Geschäfts, seiner Wissenschaft.“ (Quelle: Projekt Gutenberg)
Dabei meinte er die Fragmentarisierung des Menschen, der in eine Gesellschaft eingebunden ist, die sich funktional ausdifferenziert, in der Menschen unterschiedliche Funktionen und Aufgaben übernehmen und dabei verschiedene Rollen spielen. Der Mensch ist nicht mehr in eine gottgewollte Ordnung, sondern in einen Staat eingebunden. Er ist Lehrer und bleibt dennoch Schüler, er ist wirtschaftlich Agierender und an Kunst Interessierter. Er ist nicht mehr EINS sondern VIELE. Etwas mehr als 100 Jahre später schrieb Luigi Pirandello seinen Roman Uno, nessuno e centomila und greift schon im Titel die Identifikationsproblematik auf. Wer sind wir? Sind wir eine? Vielleicht keine? Oder sogar 100.000, gemeint: Persönlichkeiten?

Vieles von dem, was wir heute sind oder zu glauben meinen, sind wir aufgrund unserer digitalen Persönlichkeit, unserem Auftreten in sozialen Netzwerken und auf sozialen Plattformen. Und es tut manchmal gut, sich selbst zu googlen, Egosurfing im Sinne eines Reputations-Managements zu machen, wie auf Wikipedia so schön nachzulesen ist. Oder aber sich bewusst die Zeit dafür zu nehmen, zu überlegen, wie die eigenen Social Media-Beiträge aussehen, wie sie gelesen und somit aufgenommen werden könnten. Einen derartigen Beitrag als Inspiration für mich, den vorliegenden Beitrag zu schreiben, lieferte Bob Blume (@legereaude) in seinem sehr persönlichen Blogbeitrag Mein Twitter, in dem er seine unterschiedlichen Rollen und Funktionen auf Twitter analysierte und systematisch betrachtete. Ein schöner Beitrag, der die verschiedenen Facetten des Meisters des Aphorismus, als den ich ihn empfinde, offenlegt.

Jetzt bin ich zugegebenermaßen keine so vielschichtige Nutzerin eines Social Media-Kanals, sondern verlagere meine Aktivitäten auf unterschiedliche Kanäle aus. Und ja, das sind so einige. Und ich bin prinzipiell auch mit meinem vollen Namen zu finden, denn ich achte auf meine Social-Media-Präsenz, zumindest glaube oder hoffe ich das. Hier aber zu meinen unterschiedlichen Präsenzen oder Identitäten, die mein virtuelles ICH ausmachen:

Public Domain (Pixabay)
  • Facebook ist meine semiprivate Spielwiese, auf der ich sowohl Privates als auch Fachlich-Dienstliches teile. Dabei überlege ich immer genau, was ich schreibe, teile und kommentiere, denn der Feind liest bekanntlich mit ;-) Die Facebook-Gemeinde ist sehr groß, man weiß, wer mitlesen kann (Freunde, Freunde von Freunden oder die Welt) oder zumindest glaubt man, es zu wissen. Ein privates und fachliches Netzwerk konnte ich mir aufbauen, viele Freunde und Freundinnen aus Kindheits- und Jugendtagen tummeln sich dort ebenso. Man bleibt eben, getreu dem Motto des Anbieters, in Kontakt.
  • Pinterest ist meine private Spielwiese. Ich sammle hier alles, was mein Hobby-Herz begehrt: Rezepte, Kreatives, Weihnachtszeugs… Und zurzeit auch so einiges zum Thema Recycling, Upcycling und Restl-Verwertung (gegen Foodwaste) – also Ideen, um mit den uns vorhandenen Ressourcen verantwortungsbewusst umzugehen.
  • Google+ ist eine interessante Spielwiese, denn hier kann ich mit Facebook-Verweigerern in Kontakt bleiben, fand aber auch gerade in den Communitys, wie Martin Lindners (@martinlindner) Digitale Bildung, eine Möglichkeit des fachlichen Austausches, für die ich sehr dankbar bin.
  • YouTube ist eine eigene Spielwiese, denn lange Zeit nutzte ich die Videoplattform einfach so. Ich folgte und abonnierte, aber alles in allem war ich mehr Consumer als Producer. Das änderte sich insofern, als ich zwischenzeitlich Haus baute und über YouTube eine Möglichkeit fand, die Fortschritte all jenen zugänglich zu machen, die sich dafür interessierten. 
  • Blogger ist eine zeitintensive Spielwiese, denn hier teile ich mich fachlich mit. Der gerade geöffnete Blog Web 2.0 in Lehre und Unterricht, ist nur einer von mehreren, so pflegte ich zum Beispiel letzten Advent einen Keks-Adventkalender für meine Familie sowie Freudinnen und Freunde, die mich immer nach meinen Keks-Rezepten gefragt hatten. Auch für meine Dissertation hatte ich einen eigenen Blog, der aber mittlerweile stillgelegt ist. Er war für mich eine Möglichkeit, ortsunabhängig zu arbeiten und zu schreiben. Und der eine oder andere Blog steckt auch noch in Vorbereitung. Da kommt also heuer noch was. ;-)
  • Scoop.it ist eine fachliche Spielwiese. Hier pflege ich fünf verschiedene Themenbereiche, die mich fachlich interessieren und für mich fachlich relevant sind, u. a. E-Learning Methodology, All about (M)OOCs & OER oder (Language) Learning and Teaching with new technologies. Gerade den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen schätze ich auf dieser Content-Curation-Plattform sehr.
  • XING und LinkedIn sind meine professionelle Spielwiese. Ich nutze beide Plattformen eher weniger aktiv, befülle, aktualisiere und vernetze. Es ist jedoch ziemlich spannend, wie schnell hier die Vernetzung läuft.
  • Researchgate ist meine Publikations-Spielwiese. Ich weiß nicht mehr, wie ich dazu kam, aber jetzt bin ich auch auf Researchgate und versuche auch dort, mein Profil aktuell zu halten und Publikationen einzupflegen und zu aktualisieren. Gerade wenn man publiziert, ist diese Plattform – sagen wir – praktisch, weil man zu unterschiedlichen Publikationen und mit den Autorinnen und Autoren in Kontakt kommt. Ich schätze es sehr, mich direkt an Autorinnen und Autoren wenden zu können, wenn (wissenschaftliche) Fragen entstehen. Ähnliches gilt für Google Scholar.
  • Slideshare ist meine Präsentations-Spielwiese. Ich habe hier zwar einen eigenen Account, bespiele aber häufig den Account der Akademie für Neue Medien und Wissenstransfer mit meinen Präsentationen, gerade dann, wenn sie aus dem beruflichen Kontext stammen. 
    Public Domain (Pixabay)
  • Twitter (@lacknere) ist meine liebgewordene Spielwiese. Lange Zeit war Twitter als rein beruflich genutzte Plattform so etwas wie ein Stiefkind unter meinen Profilen. Ich twitterte von Tagungen und retweetete sehr viel. Gut, das tu ich jetzt auch noch. Nun wird mir Twitter aber immer mehr zu einer liebgewonnenen Plattform, die über das Berufliche hinausgeht. Gerade die Dienstagabende und der #EDchatDE rund um André J. Spang (@tastenspieler), Torsten Larbig (@herrlarbig) und Peter Ringeisen (@vilsrip) spielen dabei eine wichtige Rolle. Ich will jetzt niemanden besonders hervorheben, viel zu vielzählig sind die Netzwerke, die sich da in letzter Zeit aufgebaut haben. Aber gerade das „heimliche“ Tratschen auf Tagungen (mit oder ohne Hashtag, also mehr oder weniger offiziell) mit Sophie Lenz (@umirom) und Christian Freisleben-Teutscher (@cfreisleben) zum Beispiel ist so nur auf Twitter möglich, auch wenn die Beschränkung auf 140 Zeichen manchmal richtig fies ist. Und auch mein Sprach- und Literaturliebhaberinnen-Herz schlägt auf Twitter dank Bob Blume (@legereaude - der Name ist Programm), Olle_Ziege (@Olle_Ziege – ist der Name Programm?) oder Lisa Blue © (@lisablueair) höher. Jeden Freitag erfreut mich Sandra Schön (@sandra_schoen) auf Twitter schon in der Früh mit ihrem #Lieblingswort der Woche, gemeint ihr liebstes Wort im Österreichischen. Und auf Fernsehen kann ich verzichten, denn die Twitter-Community hält mich sicherlich am Laufenden. Ähnliches betrifft Tagungen, bei denen ich nicht dabei sein kann. Ich folge einfach dem Hashtag und diskutiere im virtuellen Tagungsraum mit.
Social Media sind für mich ein virtueller Lebens- und Lernraum, in dem das Innere nach außen gekehrt wird und das Äußere in den Hintergrund rückt. Es ist eine große Freude, die virtuelle Community auch in der realen Welt kennenzulernen und umgekehrt. Denn immer wieder wird man auf der einen oder anderen Seite überrascht. Und das macht für mich auch den Reiz sozialer Netzwerke aus. Wie man sich bettet, so liegt man. Wie man sich gibt, so lebt man. Oder so ähnlich.

PS: Eine weitere Motivation, diesen Beitrag zu schreiben, liegt übrigens natürlich auch im Umstand begründet, dass ich in diesem Semester eine Lehrveranstaltung zu Social Media halte und zurzeit auch der MOOC „Soziale Medien & Schule: für wen, wieso, wozu?“ auf iMooX läuft, der unterschiedliche Aspekte des Themas beleuchtet und an so manchen Stellen für das gewisse „AHA-Erlebnis“ sorgt.

Mittwoch, 13. Mai 2015

„Spaß und Effizienz in der Lehre“ eine Nachlese

Die letzten beiden Tage habe ich in einer Fortbildung mit dem Titel „Spaß und Effizienz in der Lehre“ (unter der Leitung von Elisabeth Fattinger) verbracht. Und wie sich am Titel leicht erraten lässt, ging es um Didaktik bzw. didaktische Methoden und Settings, die eben Spaß und Effizienz bringen sollen. Ich möchte mich in diesem Blogbeitrag gerne diesem Thema widmen, indem ich eine kleine Zusammenfassung der beiden Tage liefere. Und dabei auch den 78. #EDchatDE im Auge behalten, der sich gestern dem Thema „Binnendifferenzierung im Unterricht“ gewidmet hat, da sich die Themen doch sehr überschneiden bzw. sich einige der vorgestellten Methoden zur Binnendifferenzierung eignen.

Bevor ich mich aber der Nachlese widme, möchte ich eine wichtige Unterscheidung noch mal hervorheben, weil sie scheinbar nicht allen so ganz klar ist. Methode und Tool sind nicht synonym zu verwenden. Eine Methode gibt den Weg an, das WIE ich ans Ziel gelange; das Tool hingegen das WOMIT, also das Mittel oder Medium, das Instrument. Um eine Methode umzusetzen, brauche ich Tools (auch Anwendungen, Werkzeuge, Medien oder Mittel genannt). Rolf Netz (2009) hat unter Lernen lernen - mit Medien und Methoden auf Lehrer-Online.de schon mal dazu geschrieben.

Nun aber zur Fortbildung und hier gleich mal die 8 Kerntipps, die uns die beiden Tage begleitet haben:
  • Lernziele und Kompetenzen prüfen
  • Lernziele und Kompetenzen reduzieren
  • Struktur und Orientierung bieten
  • Aktivierende, kooperative Lernformen
  • Gehirngerechte „Dramaturgie“
  • Gruppe als Ressource nutzen
  • Bewusste Gestaltung von Präsenz- und Selbstlernphasen
  • Verknüpfung mit „innovativen“ (alternativen) Lernszenarien
Zu diesen Kerntipps wurden einzelne Methoden vorgestellt, von denen ich einige näher beleuchten, andere nur verlinken möchte. Und wo möglich möchte ich auch eine Variante aus Digitalien nennen bzw. ein Tool, mit dem sich die Methode umsetzen lässt.

Zunächst ging es ganz stark um den Paradigmenwechsel in der Lehre, weg von der Vermittlungs- und hin zur Ermöglichungsdidaktik im Sinne einer Lernendenzentrierung, bei dem sich auch die Rolle der/des Lehrenden maßgeblich verändert: vom/von der Vermittler/in zum/zur Ermöglicher/in sozusagen. 4 Grundregeln lassen sich in diesem Zusammenhang verorten:
  • Lehren und Lernen sind nicht mehr trennbar, die Grenzen zwischen den beiden Prozessen verschwimmen zunehmend.
  • Die Idee vom Lernen im Gleichschritt ist aufzugeben.
  • Nicht mehr die Lehrenden sind im Besitz von Methoden, sondern ebenso die Lerner/innen. Diese sind zum Einsatz dieser Methoden auch anzuregen.
  • Lerninhalte weichen Methodenwissen und Kompetenzentwicklung.
Zusammengefasst lässt sich somit „Konstruktion statt Instruktion“ als Leitspruch formulieren, wenngleich die Statt-Formel sehr stark ist und es vielleicht eher heißen sollte „Konstruktion neben Instruktion“. Die Betonung der Wissenskonstruktion ist der zunehmend kurzen Halbwertszeit des Wissens in einer sich ständig verändernden Informationsgesellschaft geschuldet, die durch digitale Medien einen beinahe uneingeschränkten Zugang zu Informationen ermöglicht (Stichwort: ubiquitious und mobile seamless learning). Gesellschaft und Arbeitswelt fordern vermehrt Kompetenzen und Netzwerke ein, das Wissen an sich scheint in den Hintergrund zu rücken. Dabei ist vor allem wichtig, zu wissen, WO man etwas findet (Stichwort: Konnektivismus), gerade weil man sich bewusst ist, dass man nicht mehr ALLES wissen kann. Zusätzlich werden auch die Lerngruppen immer heterogener – Heterogenität der Studierendengruppen erfordert dabei Binnendifferenzierung und – wie gestern im #EDchatDE schon in einem Tweet ausformuliert – diese meint Multiperspektivität meint Abwechslung meint Vielfalt meint Transdisziplinarität meint Offenheit.


Und weil Studierendenzentrierung auch meint, die Studierenden zu aktivieren, sind Tools und Methoden wichtig, um diese Aktivierung zu erleichtern. Als Methode ließe sich im Präsenzunterricht das Lead-Learner-Konzept nennen. Für dieses werden innerhalb eines Lernsettings Gruppen gebildet, die einen Lead-Learner bestimmen. Auf eine Phase der Instruktion folgt eine Phase, in der die Gruppenmitglieder Fragen formulieren können, diese auf Zettel schreiben und an den Lead-Learner weitergeben, der sie sammelt und an die Lehrperson weiterleitet. Diese kann die Fragen in der Präsenzeinheit oder auch im virtuellen Lernraum beantworten. Eine Anonymität der/des Fragenden bleibt gewährleistet und die Angst, „blöde Fragen zu stellen“, wird genommen. In einem virtuellen Lernraum ließe sich dieses Konzept mit Student-Response-Systemen (wie Kahoot!, Socrative oder FeedbackR) in unterschiedlichen Formen unter Einsatz mobiler Devices erledigen. Auch interaktive Boards, wie Padlet oder Lino ermöglichen das anonyme Fragenstellen in Echtzeit.

Dabei gilt es immer, die Lerner/innen zu motivieren und ihnen die Angst zu nehmen, sich bloßzustellen oder zu blamieren. Als Möglichkeit über die Gruppe die Einzelperson als Ressource zu nutzen, ist dabei die Murmelgruppe (oder der Bienenkorb) als Methode zu sehen. Die Lerner/innen tauschen sich kurz untereinander aus, um dann erst im Plenum zu einer Frage Stellung zu nehmen. Als Lehrende stellen wir oft fragen, geben den Lernerinnen und Lernern aber zu wenig Zeit zum Nachdenken. Wir kennen die Antwort, fürchten die Stille, stehen unter Zeitdruck – die Gründe sind vielzählig.

Um gerade schwierige Themen abzuhandeln und die Lerner/innen zu aktivieren, eignet sich die Methode „Paradoxes Brainstorming“ sehr gut. Will man ein heikles Thema erarbeiten, so ist es manchmal hilfreich, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Als Beispiel soll folgende Frage dienen: „Was kennzeichnet eine richtig schlechte PowerPoint-Präsentation?“ Aus den nun folgenden Antworten lassen sich die Merkmale einer gelungenen Präsentation ableiten. Der Menschheit fehlt es nun mal leichter, zu sagen, was schlecht ist, als Positives zu formulieren. Dieses Brainstorming kann auch in der virtuellen Welt mittels kollaborativer Schreibumgebung, wie Etherpad oder GoogleDoc, Padlet oder Lino, erfolgen. Als Möglichkeit des Clusterns bietet sich ein Mindmap zum Thema an. Als Tools können Coggle, Bubbl.us oder Mindmeister exemplarisch genannt werden.

Ebenso aktivierend ist das Blitzlicht zu sehen. Hier wird ein (provokatives) Zitat oder Statement bzw. ein Bild an die Wand projiziert, das dann von den Lernerinnen und Lernern kommentiert werden kann. Das „kann“ impliziert die Freiwilligkeit der Wortmeldung. Als Tools zur Gestaltung dieses Impulses eignen sich unter anderem Quozio oder Pinwords, da hier einfach, ansprechende Wort-Bild-Kombinationen erstellt werden können.

Um wichtige Terminologien vorzuentlasten, lassen sich Glossar (als Tool) und Bullshit-Bingo (als Methode) einsetzen. In einem Glossar (z.B. auf der Lernplattform Moodle) werden zentrale Begrifflichkeiten vorab oder während einer thematischen Einheit gesammelt. Ebenso lässt sich ein Bullshit-Bingo veranstalten. Die Lerner/innen notieren jene zehn Begriffe, die sie für ein Thema als zentral erachten (wenn das Thema bekannt ist), die sie für ein Thema erwarten oder die sie schon nicht mehr hören können. Wer zuerst eine gewisse Anzahl oder Formation von Begriffen (z.B. eine horizontale oder vertikale Reihe) ausstreichen kann, ruft Bingo! Diese Begriffe lassen sich nachträglich in einem Glossar oder einer Datenbank sammeln und definieren. Als Wiederholung könnten diese Begriffe dann in einem Wortsuchspiel, wie es sich mit LearningApps, Suchsel oder dem Puzzlemaker erstellen lässt, gesucht werden – als Ziel ist eine möglichst schnelle Zeit oder eine Steigerung in der Suchgeschwindigkeit möglich.

Binnendifferenzierung meint auch Vielfalt, um möglichst viele Lerntypen, Lernstile, Vorlieben, Interessen und persönliche Prädispositionen abdecken zu können. Für so mache/n ist dabei wichtig, visuell-kreativ zu arbeiten. Hierfür eignen sich Sketchnotes besonders. Als Beispiel möchte ich zwei Sketchnotes von Luka Peters (@edaktik) nennen.

Sketchnote 1 hat er gezeichnet während eines Vortrags, den ich auf den EDU|days in Krems gehalten hab. Das Video zum Ansehen des Vortrags findet sich auf der Seite der Education Group
"Sketchnote Schule & Social Media: Lernen in und mit Social Media?" by Luka Peters @edaktik lizenziert unter CC BY.
Sketchnote 2 ist eine Zusammenfassung zu Woche 3 im MOOC „Soziale Medien & Schule: für wen, wieso, wozu?“, der auf iMooX gerade läuft.

"Sketchnote Social Media und Schule Woche 3" by Luka Peters edaktik.de lizenziert unter CC BY.
Sketchnotes sind eine besondere Art der Visualisierung, ein Zusammenspiel aus Wort und Text. Auf der re:publica 15 beschäftigte sich eine Session mit dem Thema. Das Video Sketchnotes für Einsteiger soll als zusätzliche Inspiration dienen.

Als zusätzliche assoziative Übung (auch das Paradoxe Brainstorming gehört hier dazu) ist die ABC-Liste zu nennen. Sie ist sicherlich bekannt und muss nicht näher ausgeführt werden. Als Tool, um diese auszuüben, eignet sich jegliches kollaborative Schreibtool (EtherpadGoogleDoc) oder aber auch Prezi oder Glogster als Visualisierungsmöglichkeit.

Wenn man von Unterricht spricht, wird auch immer wieder der Begriff der Dramaturgie genannt. Jeder Unterricht besteht aus unterschiedlichen Phasen, die wie Akte eines Dramas zu sehen sind. Wir beginnen am Anfang mit einem Unterrichtseinstieg, einem Anfangsritual, dem Anknüpfen an Bekanntes/ die letzte Stunde/ das letzte Thema/ Vorwissen oder einer Auflockerung. Das ist die Exposition. Langsam steigern wir die Spannung – das Thema wird erarbeitet, Input oder ein Impuls werden geliefert. Schließlich darf zum Höhepunkt selbst gearbeitet werden. Die Lerner/innen üben, Transfer sollte stattfinden. Unterricht sollte ja auch zu einem guten Abschluss kommen, um ein rundes Bild zu kreieren. Dabei sollte auf eine „gehirngerechte“ Dramaturgie geachtet werden, in der sich rezeptive (eher passive) Phasen der Instruktion mit expressiv-aktiven Phasen der Konstruktion abwechseln. 

Als Methode sei das Sandwich-Prinzip genannt. Der Unterricht wird in verschiedene Abschnitte geteilt, die sich wie die Teile eines Sandwiches aufeinanderlegen: Dabei ist der Wechsel zwischen Lehrenden- und Studierendenzentierung, Aktivität und Passivität, Instruktion und Konstruktion zentral. Eine Möglichkeit wäre z.B. auf einen Theorieinput eine Murmelgruppe folgen zu lassen. Oder aber ein Kugellager (hier eine Beschreibung unter CC), Karussellgespräch bzw. einen Doppelkreis. Bei dieser Methode werden zwei Gruppen gebildet, die jeweils einander ergänzende Materialien mit spezifischen Informationen erhalten und sich darüber austauschen. Die Form ist dabei ein Doppelkreis, die Ausführung wie ein Speed-Dating. Die folgende Beschreibung erleichtert die Vorstellung dieser Methode.

Um zu lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, eignet sich die Methode Elevator Pitch. Die Studierenden bekommen 30-60 Sekunden, um einen kurzen Vortrag zu halten. Die Situation erinnert an eine Liftfahrt. Diese wird von einem/einer Mitarbeiter/in genutzt, um den Chef von einer Idee zu überzeugen. Das Pecha Kucha lässt grüßen :-)

Weitere Methoden dieser Fortbildung (als Auszug):
  • Eulen der Weisheit: Die Lerner/innen folgen dem Lernen durch Lehren-Ansatz (LdL) und sollen eine Information/ ihr Wissen einem Freund/ einer Freundin, einem Kind, in einem Satz erklären können. Wird in einem Satz zusammengefasst, könnte dieser mit Vine aufgezeichnet und geteilt werden.
  • PQ4R (Preview – Question – Read – Reflect – Recite – Review): Die Methode eignet sich zum Erarbeiten komplexer Texte.
  • Markt der Möglichkeiten, Museumsgang oder Infomarkt: Gruppenarbeiten können alternativ präsentiert werden, indem die Plakate an die Wand gehängt werden. Die Hälfte der Gruppenmitglieder bleibt beim Plakat und präsentiert, die andere Hälfte wandert von Plakat zu Plakat. Sind alle durch, wird getauscht. Eine Ähnlichkeit zum World Café ist erkennbar.
  • Expertengruppe (Jigsaw, Gruppenpuzzle): In Gruppen wird ein Thema erarbeitet. Es gibt dabei Gruppe A, B, C und D etc. Nach der Erarbeitungsphase wechseln die einzelnen Gruppenmitglieder in die Expertengruppen: Je eine Person pro Gruppe wird als Expertin/ Experte in die neue Gruppe entsandt.
Was ich für mich – neben der Erinnerung an viele bekannte aber selten benutzte Methoden – mitnehme, ist vor allem das Bild vom „heimlichen Lehrplan", den wir als Lehrpersonen offenlegen sollten. Für uns ist klar, wieso wir gewisse Dinge fragen, wieso wir Übungen machen, welchen Zweck wir eigentlich verfolgen. Wir reagieren manchmal ungeduldig, weil unsere Lerner/innen die Zusammenhänge nicht sehen oder begreifen. Dabei sind es unsere Zusammenhänge, es ist unser Bild der Welt, das wir ins uns tragen. Und manchmal ist es einfach hilfreich, zu sagen, warum die Schüler/innen und Studierenden etwas machen, um ihnen klar zu machen, dass sie das Gelernte auch später noch brauchen werden, um den Transfer in andere Bereiche zu ermöglichen. Dabei spielen Lernziele eine wichtige Rolle: Sie sind auf der einen Seite die Ziele, die durch den Einsatz von Methoden und Werkzeugen erreichen wollen, sie sind aber auch Kategorien der Leistungsbeurteilung. Umso feiner die Lernziele oder learning outcomes definiert werden, desto leichter lässt sich ihr Erreichen überprüfen, umso transparenter ist die Leistungsbeurteilung. Bloom’s Taxonomy, vor allem aber auch die Verben zur Lernzielformulierung, sind hilfreich in diesem Zusammenhang und könne der Orientierung dienen. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass nicht nur kognitive, sondern auch affektive und psychomotorische Lernziele erreicht werden sollen, sondern auch Kompetenzen erworben werden sollen, die über die Fachebene hinausgehen (Stichwort: Schlüsselqualifikationen).

Zum Abschluss noch ein paar digitale Methodensammlungen:
Und weitere spannende Materialien (weitere Infos finden sich auf diesem Blog in der Tag Cloud unter Methoden oder Methodensammlung):

Dienstag, 12. Mai 2015

Eine Unterrichtsidee zwischen Brauchtum und Träumerei

Die Seite Places to See in Your Lifetime lädt zum Verweilen und Träumen ein. Hier werden wunderbare Plätze auf der ganzen Welt präsentiert und die Auswahl auch begründet. Wer da nicht ins Träumen gerät... ;-)

Gleichzeitig ist die Seite auch Beispiel einer schönen Unterrichtsidee für den Sachkunde-Unterricht oder auch jeden landeskundlichen Teil im Sprachunterricht: Die Schüler/innen sammeln Orte, Rezepte, Bräuche, die sie als repräsentativ, besonders spannend, bewahrenswert, schön oder was auch immer erachten. Zu diesen einzelnen - sagen wir verallgemeinernd - Elementen verfassen sie eine kurze Beschreibung für einen Blog; Leitfragen sind möglich. Sie suchen sich ein Bild,vielleicht ein selbstgemachtes oder eines, das unter Creative Commons steht, und fügen es ihrem Beitrag hinzu. Diese Beiträge können von ihren Kolleginnen und Kollegen kommentiert werden, sie können aber auch weitere Bilder zum gleichen Element posten.

Einige Ideen:

  • 100 recipes to try in your lifetime
  • 100 books to read in your lifetime
  • 100 places to see in your lifetime
  • 100 songs to sing (listen to) in your lifetime
  • 100 countries to visit in your lifetime
  • 100 (steirische, bretonische, toskanische etc.) Bräuche, die man kennen sollte 
  • 100 (lokale) Personen, die man kennen sollte
  • 100 kulinarische Spezialitäten, die man kennen sollte
  • 100 Weihnachtslieder, die man kennen sollte
  • 100 Liebesgedichte, die man gelesen haben sollte
  • ...


Dabei könnte zum einen im Sinne einer Brauchtumspflege, das eigene Kulturgut bewahrt werden, zum anderen könnte aber auch die Landes- oder Kulturkunde eines Landes kennengelernt werden. Der Kreativität sind beinahe keine Grenzen gesetzt. Neben der inhaltlichen Ebene würde auch wichtige Kompetenzen geschult. Die Schüler/innen müssten eine Auswahl treffen, recherchieren und im Sinne einer Text- oder Sprachkompetenz einen adäquaten Text verfassen.

So viel nur als Anregung ;-)

Mittwoch, 6. Mai 2015

Nachlese zum 77. #EDchatDE: Urheberrecht. Mit einem Bein vorm Kadi?

Dienstags bin ich ab 20:00 Uhr für eine Stunde nicht ansprechbar. Jeden Dienstag. Denn Dienstag ist #EDchatDE-Zeit. Jede Woche treffen sich auch Twitter Lehrerinnen und Lehrer, Studierende, Interessierte und viele mehr, um gemeinsam neun Fragen rund um ein vorgegebenes Thema zu beantworten. Die Köpfe hinter dem dienstäglichen Austausch sind André J. Spang (@Tastenspieler), Torsten Larbig (@herrlarbig) und Peter Ringeisen (@vilsrip). Da geht es dann schon mal heiß her, wenn alle gemeinsam auf eine Frage antworten und man selbst auch nichts versäumen will. Man liest, überlegt, schreibt, reagiert – man stimmt zu, lehnt ab und provoziert. Und vor allem: Man lernt und vernetzt sich, lernt neue Leute, Gleichgesinnte und Diskussionspartner/innen kennen. Der „Stress“ lohnt sich jedenfalls.

Gestern also das Thema „Urheberrecht“, ein heißes Thema also, bei dem auch ganz schön hitzig diskutiert wurde. Was darf man (nicht)? Welche Auswege oder Umwege gibt es? Können wir in der Lehre überhaupt kreativ sein? Bewegen wir uns nicht eigentlich mit einem Fuß in der Illegalität? Und abseits aller inhaltlichen Zugewinne, ist es vor allem schön zu sehen, dass alle das gleiche Problem haben. Das ist manchmal schon per se beruhigend.

Ich möchte an dieser Stelle jedenfalls auch noch mal die Gelegenheit nutzen, ein paar Quellen, die ich gestern gepostet habe, noch mal zu nennen und vor allem auch drei neue Quellen hinzuzufügen, die ich neue gefunden habe.
  • OER & verwendbare Inhalte: Ich sammle seit einigen Jahren auf meinem Blog Materialien zum Thema OER & verwendbare Inhalte und versuche den Fokus gerade auch auf Public Domain oder CC0 zu legen, weil hier die Attribuierung am leichtesten ;-) ist.
  • Video zum Urheberrecht: Im Zuge unseres MOOCs „Lernen im Netz“ auf iMooX (@iMooXst) haben wir, in diesem Fall Michael Kopp (@koanmi), ein Video zum Thema Urheberrecht erstellt, das knapp die wichtigsten Eckpunkte des Urheberrechts zusammenfasst. Dabei wird vor allem auf die Situation in Österreich geblickt. Das Video steht natürlich auch unter CC BY-NC.
Urheberrecht by Michael Kopp & Elke Lackner unter CC BY-NC.

  • Saferinternet.at (@saferinternetat): Eine tolle Quelle zum Thema Urheberrecht für Eltern, Lehrer/innen und Schüler/innen liefert der Abschnitt Urheberrechte auf saferinternet.at. Neben den FAQ, die zahlreiche wichtige Fragen abdecken, werden hier auch Tipps und Tricks verraten sowie Materialien zum Thema zur Verfügung gestellt.
  • Digitales und analoges Kopieren: In bzw. für Deutschland gibt es unter Schulbuchkopie eine Überblickseite zum digitalen und analogen Kopieren und die seit 1.1.2013 geltenden Regeln. Für Österreich fehlen sowohl derartige Regeln als auch eine Überblickseite.
  • Schummelzettel & Fallambulanz: Im Abschnitt Freie Bildungsinhalte (OER) und Urheberrecht liefert auch die virtuelle PH Materialien für den Unterricht. Neben dem ausdruckbaren Schummelzettel, der in grafisch ansprechender Weise nützliche Infos zum Thema liefert, gibt es auch eine Fallambulanz, in denen Beispiele aus dem Unterrichtsalltag besprochen werden.
  • Transferstelle für OER (@OER_Transfer): Allen, die sich tiefer mit dem Thema OER beschäftigen wollen, sei die Transferstelle für OER ans Herz gelegt, auf deren Webseite das bzw. die OER Whitepaper ebenso zu finden sind, wie der Podcast zugehOERt! Hier auch noch mal der Link zum Video: Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet, das sich wunderbar für alle Bereiche der Lehre sowie in Projekten und im Privatleben verwenden lässt.
Bilder unter freier Lizenz nutzen – weit verbreitete Fehler und wie man sie vermeidet by Blanche Fabri, Melanie Kolkmann, Tessa Moje Jöran Muuß-Merholz für open-educational-resources.de – Transferstelle für OER ist lizenziert unter CC BY 4.0.


Soweit die von mir geposteten Materialien. Für mich selbst habe ich drei neue spannende Ressourcen gefunden:
  • CC-lizensierte Materialien finden: Hierbei handelt es sich um ein GoogleDoc, das eine Sammlung verwendbarer Materialien bereitstellt.
  • Bilder aus dem Internet - digitales Urheberrecht: Monika Heusinger-Lahn (@M_Heusinger) stellt ein Informationsblatt für ihre Schüler/innen zum Thema zur Verfügung, das leider nicht unter CC steht (zumindest hab ich nichts gefunden). Es kann aber dennoch als Inspiration dienen :) 
  • Bildersuche.org: Bei der Bildersuche handelt es sich um eine großartige Sammlung von Quellen und Bildersuchmaschinen (von Martin Mißfeldt, @Missfeldt), die wirklich viele relevante Quellen abdeckt und dabei auch ansprechend aussieht. Sie lädt also zum Verweilen und Arbeiten ein.
  • Offenheit: Und weil wir gestern so angeregt darüber diskutiert haben, was „offen“ so bedeuten kann, finde ich folgende Übersicht wirklich hervorragend: Offen-Definition. Die Seite gibt es in unterschiedliche Übersetzungen und gibt eine gute Zusammenschau zum Offenheitsgedanken.
Ahja, da ich in den letzten Tagen drauf gestoßen bin und bei der ganzen Urheberrechtsdiskussion so oft auf „Nebenaspekte“ wie beispielsweise den Datenschutz vergessen wird, möchte ich hier auf einen Wikimedia-Artikel verweisen, der sich gerade mit dem Recht auf das eigene Bild beschäftigt: Commons: Photographien erkennbarer Personen. Auch dieser Aspekt ist jedenfalls zu bedenken, wenn man mit Bildern arbeitet – egal in welchem Kontext.

Montag, 4. Mai 2015

Edutainment à la Netz

Es gibt im World Wide Web ja zahlreiche Wege und Möglichkeiten, der Prokrastination zu frönen und sich von der lieben Arbeit abzulenken. Da gibt es YouTube und seine Stars ebenso wie Spotifiy und Pinterest oder einfach nur die Zeitung, die man sonst eh nie liest. Schnell verliert man sich in der Welt der sinnigen und unsinnigen, der wahren und falschen Informationen und sitzt vielleicht so manch Hoax oder Satiremagazin auf.

Und dann gibt auch die Umfragen, die immer wieder auftauchen und uns zeigen, wie Mainstream wir eigentlich sind. Ich möchte das an zwei Beispielen mal zeigen (und ja, es ist mir klar, dass diese Umfragen genau dafür gemacht sind).
  • Unsere Sprache: Dass unsere Sprache im Sinne eines Sozio- oder Regiolektes etwas Besonderes ist, wissen wir. Jede/r spricht anders, wenngleich wir alle Deutsch sprechen. Wie gut sich dies (geo-)graphisch festmachen lässt, zeigt die Umfrage „Moin, Grüezi, Servus - wie wir wo sprechen“. Und es ist wirklich verblüffend, wie treffsicher die Ergebnisse sind.
  • Unser Musikgeschmack: Ja, auch dieser reflektiert unsere Sozialisation: FOCUS-Online-Quiz: Verraten Sie uns Ihren Musikgeschmack - und wir erraten Ihr Alter! Wenngleich die Fragen manchmal nur mit dem „Geringsten-Übel“ beantwortet werden können, so ist es doch recht lustig, zu erkennen, welche Musik für welche Zeit und somit Altersspanne als repräsentativ ausgewählt wurde.
Es gibt noch zahlreiche andere Umfragen, die Ähnliches beweisen, illustrieren oder einfach nur an die Oberfläche bringen. Und dabei können wir sehen, wie individuell unindividuell wir irgendwie doch sind. Wir sind eben die Kinder unserer Zeit, unseres geographischen Umfelds.

Und weil wir also individuell-unindividuell sind, möchte ich einen Test nachlegen, den ich auch so ein wenig halbaussagekräftig finde, der aber gerade für Unterrichtsneulinge sehr spannend sein kann, nämlich der Lerntypentest Learning Style Inventory. Schon beim Durchlesen der Fragen weiß man genau, auf welchen Lerntyp (so es diese überhaupt gibt – das Thema hatte ich schon einmal) die Frage abzielt. Aber dennoch ist auch diese Test vielleicht eine schnelle Möglichkeit, sich wieder mal in Erinnerung zu rufen, wie wichtig Abwechslung im Unterricht ist, denn irgendwie sind wir in all der Unindividualität ja doch individuell und haben ganz eine Wünsche, Hintergründe, Vorerfahrungen, Erwartungen, Stärken und Schwächen.