Kollaborieren

Kollaboratives Arbeiten ist ein fixer Bestandteil jedes Lehr- und Lernsettings, ob im digitalen oder analogen Lernraum. Ob es sich um das Verfassen gemeinsamer Texten, das Brainstorming oder auch das Clustern von Ideen geht, kollaborative Werkzeuge sind eine gute Hilfe und gleichzeitig Weg, die Arbeit aufzuteilen und gemeinsam (ob kooperativ oder kollaborativ ist dabei nicht so wichtig) zu erledigen.

Kollaboratives Schreiben: Methoden und Werkzeuge

Es gibt zahlreiche Anleitungen, die dabei helfen, wenn Menschen erfolgreich und koordiniert online arbeiten möchten.
  • Eine Handreichung zum Thema Kollaboratives Schreiben mit Web 2.0 zeigt, wie sich kollaboratives Schreiben in der Lehre mit Etherpad oder GoogleDrive umsetzen lässt. 
  • Eine Übersicht über Werkzeuge und Begriffe zum kollaborativen Schreiben gibt der Beitrag Kollaboratives Schreiben
  • Eine Einsatzmöglichkeit ist die ABC-Liste, die zu allen Themen angefertigt werden kann (individuell oder auch kollaborativ).

Etherpad...

...ist ein Pad, das unter verschiedenen Namen und Adressen zu finden ist (vgl. den Bericht auf cnet). Mit einem Etherpad können mehrere Personen gleichzeitig - und zwar in Echtzeit - an einem Dokument arbeiten. Der Fortschritt der Arbeit lässt sich dabei nachvollziehen, die Teile der einzelnen Teilnehmer/innen sind farblich markiert. Grundsätzlich ist hierfür keine Anmeldung notwendig und man kann sich entweder ein Pad mit einer automatisch oder einer selbst generierten URL erstellen lassen. Das hier verlinkte Etherpad der TU Graz erlaubt jedoch auch das Sperren eines Raums mit Hilfe eines Schlüssels. So können private Pads erstellt werden, die im Gegensatz zu jenen Pads, die ohne Anmeldung erstellt werden, nicht für alle, die die URL kennen, sichtbar sind. Dafür ist jedoch eine Anmeldung notwendig. Ein leeres Pad zum Ausprobieren ist hier eingerichtet.
Weitere Informationen zum Etherpad finden sich hier.

PrimaryPad...

... ist ähnlich dem EtherPad, verlangt aber eine Anmeldung.In der kostenfreien Variante können unendlich viele Pad angelegt werden, jedoch können nur maximal 30 Personen gemeinsam an einem Pad arbeiten und die öffentlichen Pads haben auch nur eine Lebensdauer von 30 Tagen. Zusätzlich werden nur 10 Versionen gespeichert.
  • Eine Übersicht über die kostenfreien und kostenpflichtigen Features findet sich hier.

TitanPad...

... bietet ebenfalls eine kostenfreie Möglichkeit, synchron bearbeitbare Dokumente zu schaffen. Zusätzlich ist nach einer Anmeldung auch das Verwalten von Pads möglich.

  • Eine übersichtliche Beschreibung des TitanPads findet sich auf der Medienfundgrube unter TitanPad.

ZUMpad...

... wird von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e. V. angeboten und liefert auf der Startseite auch bereits eine Kurzanleitung zur Benützung des Pads.

Authorea...

... ist ein kollaboratives Schreibtool, in dem zwar das synchrone Schreiben nicht per se möglich ist, das aber eine gute Merging-Funktion besitzt, mit deren Hilfe unterschiedliche Versionen zusammengeführt werden können. Hier ein kurzes Tutorial und eine Beschreibung.

Fiduswriter...

... ist ein kollaboratives Schreibwerkzeug, für das eine Anmeldung notwendig ist. Versionskontrolle ist ebenso möglich, wie das automatische Erstellen einer Bibliographie in unterschiedlichen Zitationsstilen. In der Selbstbeschreibung betont Fiduswriter, speziell Akademiker/innen zu fokussieren, für die Zitate und Formeln wichtig sind.


HackPad...

... gehört mittlerweile dem Unternehmen Dropbox und erfordert zur Verwendung einer Anmeldung. Es bietet zahlreiche zusätzliche Features, wie ein Inhaltsverzeichnis oder eine gemeinsam abarbeitbare ToDo-Liste an. Ressourcen aus Soundcloud, GoogleMaps und YouTube können direkt über die URL eingebettet werden. Die Pads können hier in sogenannten Collections zusammengefasst und somit getaggt werden. Der private Workspace ist für 30 Tage gratis, steht danach auch weiterhin gratis zur Verfügung aber nur mehr für Gruppen mit maximal 6 Personen.

Office Online...

... ist die Online-Variante von Microsofts Office Anwendungen, die früher unter der Bezeichnung Office Web Apps bekannt waren. Hier ein Überblick über Office Online.


Penflip...

... eignet sich besonders für das Verfassen langer Texte, weil dieses kollaborative Schreibwerkzeug auch eine Kapiteleinteilung und somit Navigation innerhalb des Dokuments erlaubt. Auch ist das Anbringen von Fußnoten möglich.


Quip...

... ist eine Anwendung, die ebenfalls eine Anmeldung erfordert. Im Gegensatz zu den EtherPad-Instanzen gibt Quip eine Möglichkeit, auch online zu kollaborieren, gemeinsam ToDo-Listen zu führen, zu chatten, an Tabellen oder Dokumenten zu schreiben. Die Tour durch Quip beschreibt die Funktionalitäten kurz.

Draft...

... ist ein Pad zum gemeinsamen Arbeiten, für das man sich registrieren muss. In seiner Basisversion ist Draft gratis, ein Premium Abo ist jedoch möglich. Interessant an Draft ist vor allem, dass man über die Veränderungen der Mitarbeitenden informiert wird und diese, bevor sie fix gespeichert werden, akzeptieren oder ablehnen kann bzw. muss. Die Art der Formatierung ist für Anfänger/innen etwas gewöhnungsbedürftig, man findet sich aber recht schnell zurecht. Zusätzlich können auch Dokumente aus Evernote, Dropbox und GoogleDrive beispielsweise importiert werden.
  • Richard Byrne empfiehlt Draft als Alternative zu Google Docs (für all jene, die keinen Google Account besitzen). 

WriteURL...

...funktioniert ähnlich wie Etherpad, jedoch ist der Look-and-Feel-Faktor viel höher. Sonderzeichne können ebenso eingefügt werden, wie Links und Bilder aus dem Internet. Dafür lassen sich die verschiedenen Versionen nicht nachvollziehen und auch der Server ist nicht immer als stabil zu sehen. Drei Versionen der Freigabe sind zu unterscheiden: Write URL(jene, die die URL kennen, können bearbeiten), Read URL(jene, die die URL kennen, können das Dokument und seine Veränderungen in Echtzeit ansehen) und Publish URL(das Dokuement wird öffentlich sichtbar).

Mindmapping: Werkzeuge und Methoden

Dem kollaborativen Schreiben geht oft ein Brainstorming bzw. ein Clustern der gefundenen Ideen voraus. Diese beiden Methoden lassen sich sehr gut mit Mindmapping-Werkzeugen umsetzen.
Weitere Informationen zu Mindmaps finden sich hier.

Bubbl.us...

...ist ein Mindmap-Programm, das einfache Mindmaps erstellen lässt. Dabei lassen sich jedoch keine Bilder oder andere Mediendateien einbetten und auch das Formatieren der Mindmaps ist nur basal möglich. Eine Anmeldung ist nur dann notwendig, wenn die erstellten Mindmaps gespeichert werden sollen.
  • Eine handliche Anleitung gibt David Miller. 

Mindmaps...

... das Programm ist Open Source und basiert auf HTML5. Es erlaubt das Erstellen sowie den Austausch einfacher Mindmaps. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Popplet...

... ist ein weiteres einfaches Mindmap-Programm, das ein kollaboratives Arbeiten ermöglicht. Die Möglichkeiten sind zwar eingeschränkt, für den Einsatz mit Studierenden eignet sich dieses Programm gerade aus diesem Grund.

Coggle...

... ist ein Mindmapping-Tool aus dem großen Bereich der Google Tools. Es kann alleine erstellt oder zur gemeinsamen Bearbeitung freigegeben werden. Coggle bietet dabei auch die Möglichkeit, die Verlaufsgeschichte der Änderungen anzusehen. Das fertige Mindmap kann als PNG- oder PDF-File heruntergeladen werden.
  • Eine ausführlichere Beschreibung liefert Alan Henry
  • Wie sich Coggles in Google Drive zeigen, beschreibt Coggles in Google Drive
  •  Auf dem eigenen Blog werden immer neue Ideen und Features beschrieben, so beispielsweise die in der Größe veränderbare Schrift.

MindMup...

...ist eine Mindmap-App, die sich in Google Chrome oder als Desktopvariante installieren lässt. die Anwendung ist kostenlos. Beim Erstellen einer Mindmap kann ausgewählt werden, ob diese öffentlich, privat (wobei sie hier in Google Drive gelegt wird und die Zugriffsrechte wie bei Google Drive üblich vom User bzw. von der Userin selbst vergeben werden können) oder offline im Browser vorhanden sein soll.
  • Der MindMup-Blog gibt weitere Informationen über die Speichervarianten. 
  • Eine nette Kurzeinführung gibt Tobias Raue

Kollaboration mit Werkzeugen von Google

Gerade für den Einsatz verschiedener Google-Werkzeuge im Unterricht gibt es mittlerweile zahlreiche Hilfe- und Informationsseiten. Hier nur ein kleiner Auszug aus unterschiedlichen Bereichen.
Wie sich ohne Google leben lässt, zeigt der Beitrag Leben ohne Google in zehn Schritten, der zahlreiche Alternativen zu Google nennt.

Google Drive...

Die einzelnen Google Dokumente werden in der Google eigenen Cloud, in Google Drive, gespeichert.


Google Dokumente...

...ist beinahe schon ein Klassiker im kollaborativen Arbeiten. Hier können verschiedene Dokumentformate (Tabellen, Texte, Präsentationen...) gemeinsam erstellt und gepflegt werden. Dabei ist synchrones Arbeiten möglich. Die einzelnen Veränderungen können in einer Versionskontrolle nachvollzogen werden.
Wie einfach die Arbeit an einem Google Dokument sein kann, zeigt das hier hinterlegte Beispiel.

Weitere Informationen und Links zu Google und seinen Werkzeugen finden sich hier.

Wikis

Wikis bieten die Möglichkeit, gemeinsam an einem Dokument zu arbeiten, dabei unterschiedliche Versionen zu erhalten, die miteinander verglichen werden können und dabei auch Struktur zu erhalten, wie sie sich durch das Anlegen von Seiten und Unterseiten ergibt. Ein synchrones und asynchrones Arbeiten ist somit ebenfalls möglich wie ein kollaboratives und/oder kooperatives Arbeiten. Das bekannteste Wiki ist wahrscheinlich Wikipedia.

Wikispaces...

... bietet die Möglichkeit, ein Wiki außerhalb einer Lernplattform zu erstellen. Wikispaces bietet dabei alle Vorteile, die ein Wiki auszeichnen, wie zum Beispiel das Verfolgen und Speichern von Änderungen oder die Möglichkeit, auch in großen Gruppen an einem Dokument, das sich einfach strukturieren lässt, arbeiten.

Und sonst...

Padlet...

... war früher unter dem Namen Wallwisher bekannt und stellt ein Tool zur Kollaboration zur Verfügung. Ausgangspunkt ist eine weiße Wand (die sich aber dank zahlreicher Hintergrundbilder auch einfärben lässt), auf die verschiedene Elemente - alleine oder kollaborativ - gepostet werden können. So lässt sich Padlet zum gemeinsamen Verfassen von Texten im Unterricht genauso verwalten, wie zum Erstellen von Linklisten.
Weitere Informationen zu Padlet finden sich hier.

Lino...

... ist eine Alternative zu Padlet und weist in seiner Gratis-Version weniger Einschränkungen als Padlet auf. Hier können auf einen individualisierten Hintergrund Sticky Notes, Bilder, Videos und Dokumente gelegt werden. Dies kann alleine oder in Gruppen passieren, wobei dir Gruppenmitglieder keinen Lino-Account benötigen, um Lino zu nutzen. Hier ein Beispiel für die Möglichkeiten von Lino.

Scriblink...

... ist ein Online-Whiteboard, auf dem sich gemeinsam Diagramme, Zeichnungen und Texte erstellen lassen.

Sketchlot...

... ist ein Online-Whiteboard, das auf Chromebook, iPad, Android Tablet läuft. Eine kurze Beschreibung gibt Richard Byrne.

Realtime Board...

... ist ebenso ein Online-Whitbeboard, auf dem gemeinsam gearbeitet werden kann. Ein Educational Account ist vorhanden. Die Webseite verrät unter Cases auch zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und Beispiele.

GroupZap...

... ist nur bedingt gratis einsetzbar. In der kostenlosen Variante lassen sich unbegrenzt viele Boards anlegen, auf die unterschiedliche Personen Sticky Notes kleben können. Allerdings bleiben diese Boards in der kostenlosen Variante nur 24 Stunden editierbar und sind danach nur mehr lesbar. Ein Einsatz während eines Workshops ist aber dennoch möglich, wenn die Ergebnisse innerhalb der 24-Stunden-Frist überführt werden.

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